„Wir müssen neue Wege wagen“ - Modellvorhaben zur Anerkennung von Kompetenzen erfolgreich erprobt

16.04.2021

 NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann nahm per Videokonferenz an der „Valinda“-Abschlussveranstaltung in Rheine teilzoom

Rheine - „Wir müssen neue Wege wagen, um Fachkräfte für die Pflege zu qualifizieren.“ Das sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Mittwoch im Caritas Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit in Rheine – allerdings nicht vor Ort, sondern per Videokonferenz zugeschaltet. Anlass des Ministerauftritts war die virtuelle Abschlussveranstaltung des Projektes „Valinda“. Minister Laumann gratulierte 48 Pflegehelferinnen und -helfern zur Anerkennung als staatlich geprüfte Altenpflegerin oder Altenpfleger.

„Diese 48 Pflegehelferinnen und -helfer haben mit ihren insgesamt 530 Jahren Berufserfahrung im Modellprojekt gezeigt, dass sie mehr können und nach erfolgreichem Abschluss der schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung in der Altenpflege ihre staatliche Anerkennung gerechtfertigt ist“, sagte der Gesundheitsminister zum Ende des Modellvorhabens. „Valinda“, das steht für: Validierungsverfahren und Nachqualifizierung in der Altenpflege in Nordrhein-Westfalen. Das Projekt wurde von HeurekaNet – Freies Institut für Bildung, Forschung und Innovation (Projektleitung) mit Sitz in Münster, den Caritas Bildungszentren für Pflege und Gesundheit in Dorsten und Rheine, dem Edith-Stein-Kolleg in Warendorf und der Universität Osnabrück (Begleitforschung) durchgeführt.

Verschiedene Phasen

Mit großem Engagement und hoher Motivation durchliefen die Teilnehmer trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie die verschiedenen Phasen des Validierungsverfahrens. Dazu gehörten Information, Beratung, Identifizierung und Dokumentation, Nachqualifizierung und abschließende Prüfung auf Grundlage des Altenpflegegesetzes und der Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Für die ausgewählten Teilnehmer im Altersdurchschnitt von 45 Jahren stellte das Modellprojekt eine Möglichkeit dar, nach erfolgreichem Abschluss der aufwändigen Phasen des Projektes die Anerkennung zur staatlichen geprüften Altenpflegefachkraft zu erhalten.

Das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales förderte das 19-monatige Modellprojekt für an- und ungelernte Pflegehelferinnen und -helfer mit langjähriger Berufserfahrung im Bereich der Altenpflege aus Mitteln des Europäischen Sozialfond (ESF). Das Ziel: Erkenntnisse zur Machbarkeit und Ausgestaltung eines Validierungsverfahrens in der Altenpflege zu erlangen. Die Begleitforschung zeigt, dass für diese Beschäftigtengruppe, für die das Absolvieren einer regulären Ausbildung aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) in Frage kommt, die Unterstützung der Arbeitgeber sowie der Einsatz passgenauer Inhalte und Formate der Nachqualifizierung zu zentralen Erfolgsbedingungen gehören.

Schulleiterin Petra Berger vom Caritas Bildungszentrum in Rheine hob den Stellenwert von „Valinda“ als Modellprojekt in NRW hervor. Allerdings habe es von der Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung insgesamt zehn Jahre gebraucht. Die Schulleiterin griff zur Erklärung der langen Zeitspanne die Worte von Minister Laumann auf. „Es hat ein wenig gedauert, bis Behörden und die Politik die Notwendigkeit sahen, neue Wege zu wagen.“

www.valinda.de