Das "Ahauser Basis Curriculum"

Mit Einführung der bundeseinheitlichen Altenpflegeausbildung unternahm das Caritas Bildungswerk Ahaus den Versuch, die Synergien seiner fünf Fachseminare zu nutzen, um die eigene Arbeit kritisch zu reflektieren und ein gemeinsames Curriculum für eine zeitgemäße, innovative und hochwertige Ausbildung zur Altenpflegefachkraft zu konzipieren.

Ergebnis der mehrjährigen Arbeit ist das „Ahauser Basis Curriculum“, ein schlüssiges Lernfeldkonzept und Arbeitshilfen zur Vernetzung von Theorie und Praxis in der Altenpflegeausbildung.

Erprobung und Umsetzung
Lernfeldorientierung und spiralcurricularer Ansatz
Handlungsorientierung
Arbeitshilfen für die praktische Ausbildung
Nutzungsmöglichkeiten

Seit mehreren Jahren wird das Curriculum an den Fachseminaren des Caritas Bildungswerks Ahaus erprobt und weiterentwickelt. Es war Grundlage eines Modellversuchs des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW zur gemeinsamen Ausbildung von Altenpflegehelfern und Altenpflegern.

Das Besondere des Curriculums ist die Verknüpfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Altenpflegeausbildung mit den berufspädagogischen Grundsätzen der Lernfeld- und Handlungsorientierung.
Dabei verfolgt das ABC-Curriculum (im Gegensatz zu allen anderen bisher vorliegenden Entwürfen) einen spiralcurricularen Ansatz im Rahmen der dreijährigen Ausbildung.

Ausgangspunkt für die Entwicklung der schulischen Lernfelder sind die Handlungsanforderungen der beruflichen Praxis, die zu Beginn der curricularen Erarbeitung gemeinsam von Unterrichtenden an den Pflegeschulen und Praktikern der Altenpflege analysiert und systematisiert wurden.
Jedes Lernfeld ist gekennzeichnet durch konsequente Handlungsorientierung und Kompetenzorientierung (untergliedert nach Fach-, Personal- und Sozialkompetenzen) und ist ausgestattet mit einem eigenen Instrumentarium zur Umsetzung in die Unterrichtspraxis. Diese sogenannten „Didaktische Reduktionen“ machen Angaben über den vorhandenen Kenntnisstand, Zielsetzungen im Sinne angestrebter Kompetenzen, zugeordnete Inhalte, vorgeschlagene Lernsituationen, empfohlene Zeitrichtwerte).

Die konsequente Verknüpfung von theoretischer und praktischer Ausbildung wird gewährleistet durch berufliche Lernfelder, die den schulischen Lernfeldern entsprechen. Für die an der praktischen Ausbildung Beteiligen (z. B. Praxisanleiter) werden konkrete Arbeitshilfen zur Verfügung gestellt.

Das ABC-Curriculum ermöglicht eine unterschiedliche Nutzung: Es ist einerseits möglich, das komplette Curriculum zu übernehmen und mit allen Bestandteilen und in der vorgeschlagenen Reihenfolge umzusetzen. Damit ist sichergestellt, dass sämtliche Handlungskompetenzen der beruflichen Praxis - in einer sinnvollen Abfolge - erworben werden können und alle „Inhalte“ behandelt werden. Andererseits ist es möglich, nur einzelne Elemente des ABC-Curriculums modular zu nutzen (einzelne Lernfelder oder Lernsituationen, Aufgaben oder Leitfragen u.a.) und sie in den Unterrichtsverlauf, der nach anderen Vorgaben strukturiert ist, einzubauen.